Kundgebung in Niederdorf am 29.3.2003
Manifestazione a Villabassa il 29/3/2003
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Niederdorf: Von Spittal bis Franzensfeste - mit der Bahn wär es das beste Fahrgast Österreich nimmt die am 29. März 2003 in Niederdorf in Südtirol stattgefunden habende öffentliche Kundgebung, bei der von zahlreichen RednerInnen und Rednern auch eine Verbesserung des Bahnangebotes auf der Pustertalstrecke eingefordert wurde, zum Anlass, um speziell auf die derzeitigen Missstände im Tourismusverkehr aufmerksam zu machen. In der Wintersaison besteht an Wochenenden zwischen Brüssel und Innichen eine Sonderzugdirektverbindung, die zahlreiche Urlaubsgäste ins Tal bringt. Dieser Zug führt bis Wörgl auch Waggons, die Urlauber u.a. direkt nach Kitzbühel und Zell am See bringen. Fahrgast Österreich konnte Anfang März 2003 in Erfahrung bringen, dass die Urlaubsgäste, die Richtung Zell am See unterwegs sind, mit der Bahnanreise und dem Service an den Bahnhöfen sehr zufrieden sind.

Demgegenüber beschweren sich Fahrgäste, die im Pustertal ihren Winterurlaub verbringen, zunehmend darüber, dass an den meisten Bahnhöfen in Südtirol kein Kundenservice geboten wird und an manchen Bahnhöfen ein derartiger "Saustall" besteht, dass manche Gäste für den nächsten Winterurlaub andere Ziele, die mit der Bahn erreicht werden können, ins Auge fassen wollen. Bei den Tourismusverantwortlichen im Pustertal müssten eigentlich die Alarmglocken schrillen. Sie müssten in Zusammenarbeit mit den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden und der Landesregierung dafür sorgen, dass diese unhaltbaren Zustände sofort abgestellt werden.

Die Kundgebungsteilnehmer haben am 29. März jedenfalls auch den Bahnhof Niederdorf besichtigt. Angesichts dieses "Saustalls" wurde mir schlagartig klar, wie jenes mir zu Ohren gekommene "Gerücht", gemäß dem vor der Kundgebung ein SVP-Abgeordneter durch das Tal gefahren sein soll, und die Losung ausgegeben habe, die Leute mögen der Kundgebung fernbleiben, zu interpretieren ist: Dass der Bahnhof Niederdorf in den Niederlanden als "Skandalbahnhof" ersten Ranges Schlagzeilen macht, lässt sich ohnedies nicht mehr verhindern. Aber dass die Pusterer selbst diesen "Saustall" zu Gesicht bekommen, darf wirklich nicht passieren. Denn es sind Vorwahlzeiten. Und da kann es dann schon passieren, dass die politisch Verantwortlichen angesichts dieser Zustände in ein eigenartiges Licht geraten. Die Pusterer sind dennoch recht zahlreich erschienen und werden sich in Bezug auf die Wahlen sicher noch ihre Gedanken machen.

Presseaussendung 30.3.2003
MMag. Martin Teißl Tiroler Landessprecher von Fahrgast Österreich und Mitarbeiter bei Fahrgast - Pro Bahn Allgäu/Tirol

Foto: Fahrgast Österreich